wir sind keine Bauern, aber ungeduldig sind wir trotzdem. Wem geht es nicht so? Der Winter war lang und wie man uns sagte auch der trübste seit vielen Jahren.  Die Seele lechzt nach Sonne und Farben.  Doch nicht nur wir Menschen leiden unter der dunklen Jahreszeit. Auch unsere Exoten Zitrus-, Olivenbäume und die Agave wollen endlich wieder in die Freiheit. Sie stehen seit Ende November in unserer Plattenhalle, von 6°° Uhr morgens bis 18°° Uhr abends von einer speziellen Pflanzenleuchte beleuchtet. Gegossen werden Sie nur mäßig mit Teichwasser, wenn der mal gerade nicht zugefroren ist. Bei jedem Gang durch die Plattenhalle macht die Chefin bei Ihnen kurz Halt um sie aufzumuntern. Man guckt nach den Blättern, spricht mit ihnen, erntet die mittlerweile reifen Früchte und verspricht, dass es bald ins Freie geht.  Unsere Lehrlinge sind seelisch und moralisch bereits auf die Auswinterung der Lieblinge vorbereitet, denn das ist ihr Job.  So hoffen wir, dass nun ganz schnell der Frühling kommt und bleibt damit es bald wieder so aussieht.

Immer wieder werden wir gefragt wieso unsere Firma HAASE & Co. heißt, es gibt doch gar keinen Herrn Haase bei euch. Das stimmt, aber es gab mal einen, wenn auch nur kurz.

Im Handelsregisterauszug HRA 1651 ist es nach zu lesen: Am 5. April 1919 gründeten der Kaufmann Fritz Haase aus Mainz-Kastel und der Fabrikant Johann Freber aus Mainz die Firma Haase & Co. in der Boppstr. 60. Bereits am 11. Januar 1921 schied Herr Haase wieder aus, doch der Name blieb.

Irgendwann, um 1930, fand der junge Alfons Kopp,  schwäbischer Schreinermeister “auf der Walz”, seinen Weg nach Mainz zur Firma Haase & Co. Er arbeitete ein paar Jahre  bei Herrn Freber und  lernte während dieser Zeit dessen Tochter Mathilde Freber kennen.  Die beiden heirateten und 1935 wurde Herr Kopp im Handelsregisterauszug als Chef der Firma eingetragen. Hier die Werkstatt in der Boppstraße.

Wie so vielen im damaligen Mainz ging es auch der Familie Kopp samt Firma: 1942 wurden sie ausgebombt.  Auf dem Bild sind die Familien Freber und Kopp vor dem aufgeräumten Trümmergrundstück zu sehen.

Nach Ende des Krieges wurde das Trümmergrundstück in der Boppstraße geräumt, doch die Stadt Mainz wies den Kopps für die Firma ein neues Gelände in Gonsenheim zu, Am Kästrich, der heutigen Ochsenwiese.

In den Räumen vorhandener  Baracken richtete man sich ab 1947 zum Neubeginn, 1948 mit der Währungsreform, zog man ein. Büro, Wohnhaus  und Werkstatt befanden sich in einem Gebäude, links Wohnhaus und Büro, rechts Werkstatt.

Oben die Lohnabrechnung eines Lehrlings aus dem Jahre 1948, natürlich alles per Hand. Unten die Abrechnung eines Gesellen. Der Lohn wurde damals wöchtenlich bar ausgezahlt. Noch bis 1984 wurde die Lohnabrechnung bei uns mit der sogannten Durchschreibebuchführung berechnet. Erst1985 kam der erste Computer ins Haus, ein  2/86iger mit einem Lohnprogramm von IBM, damals eine sehr teure Anschaffung!



Hier die Visitenkarten: damals und heute:

Die erste Nacht an Bord haben wir gut verbracht. Das Wetter ist super. Martina hat bereits den ersten Kaffee aufgebrüht. Um 9°° Uhr wird die Drehbrücke in Mali geöffnet, mehrere Boote warten davor. Wir ziehen im Hafen unsere “Warteschleife”. Der Privakla-Kanal ist 7 m breit und 2,50 m tief. Auf die Tiefen müssen wir  achten, denn wir brauchen grundsätzlich schon mal 2 m .

Wir reihen uns in die Schlange der Durchfahrer ein und steuern dann 140° Süd Richtung Insel IST. Das Meer ist spiegelglatt, der Himmel wolkenlos, es weht nicht das geringste Lüftchen.

Um 1o°° Uhr nehmen wir unser erstes Frühstück an Bord ein: Köstliches Rührei mit Speck und Gemüse, aufgebackens Weißbrot, Käse und Schinken aus der Gegend.

Der Dieselmotor tuckert vor sich hin. Bei ca. 2000 Umdrehungen machen wir ca. 1o Kmh/Std. Wir sind bereits gefühlte 20.000 km von zu Hause entfernt.

14°° Uhr Badepause  auf Skarda, Bucht Griparica. Dort dümpeln 4 Boote friedlich an Murings in der Sonne . Wie wir uns langsam ran tasten (um hier noch mal an unseren Tiefgang zu erinnern), kommt ein alter Mann im Fischerboot und reicht uns die Leine zum festmachen. Das Wasser ist 24° Grad warm und Klar. Hinein springen ist ein MUSS!

Um 16°° Uhr fahren wir weiter in den “Hafen” von IST. Dieser hat die Hafenkonzession als ACI Marina verloren. Das heißt es gibt keine Murings an der Mole, keine sanitären Anlagen, kein Strom und Wasser. Aber bis jetzt haben wir von allem genug an Bord, das Wetter soll gut bleiben und wir beschließen vor dem Hafen über Nacht an einer Boje fest zu machen. Für die Bleibe an der Boje müsen wir an einen  ran tuckernden Kroaten 180 Kuna zahlen, außerdem nimmt er noch unseren Müll mit. Außer uns liegen höchstens noch 4 Boote hier, traumhafte Stille. Nach einer “Katzenwäsche an der Heckdusche (wir haben eine Naßzelle an Bord, aber die würde ihrem Namen alle Ehre machen, wenn wir darin duschen würden), begeben wir uns in unser “Beiboot”. Dient wie hier zusehen auch als” Sonneninsel”.

Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, denn dieser schwimmende Untersatz mit 4 PS Außenborder hat die Länge von sage und schreibe 1,80 m und ist, so steht es zu lesen, für 1 Person + Gepäck + Außenborder gedacht.  Wir aber sind 5 hungrige Mäuler, landfein gemacht + Fotos und Handtaschen. Das Übersetzen ins Örtchen IST ist abenteuerlich. Wir machen unser Dingi (wir haben es “Sea Wolf” getauft) an der Mole fest und erkunden die Umgebung. Unsere Nasen führen uns zur Konoba “Maestro”, einem Restaurant vor dem auf Holzkohlefeuer ein Spanferkel am Spieß gebraten wird. Man reserviert uns einen Tisch und eine Stunde später bekommen wir eine übergroße Platte voll mit frischem, knusprigem Spanferkel samt Kartoffeln und Salaten serviert.

Zudem trinken wir hier, wie wir im Nachhinein feststellen werden, den besten Weißwein dieses Urlaubes. Als wir zufrieden zu unserem “Sea wolf” zurück kehren , stellen wir fest dass dieser mittlerweile wegen Ebbe trocken liegt. Also Dingi raus holen, über die Mole tragen wieder einsetzen und unter Lackkrämpfen zurück zu unserem unbeleuchteten (das wird nächstes Mal auch anders) Boot. Das Dingi liegt jetzt unerklärlicherweise tiefer im Wasser, die Hintern werden nass. Aus ist es mit dem “Landfein” sein. Nach einem “Betthupferl” geht es in die Kojen. Fortsetzung folgt….


………ist vor dem Urlaub.  So wird jedes Jahr sorgfältig geplant. Zumal wir dieses Jahr wieder was ganz neues vorhaben: Die “Motorkapitäne” wollen mit einer Segelyacht in Eigenregie die kroatische Adria befahren. An Seescheinen mangelt es uns nicht. Wir erfahren aber, dass es  auf jeder kroatischen Charteryacht eine Funkanlage gibt und eine Person den Seefunkschein haben muss, gesetzlich vorgeschrieben: der Skipper. Wir besuchen die “Boot” in Düsseldorf  und schauen uns dort nach einem geeigneten Vercharterer um. Den haben wir schnell gefunden. Der Vercharterer: Jadranka Yachting, d.o.o., Drazica 1, Mali Losinj,  www.jadranka-yachting.com . Die Mitarbeiterin Frau Ridolfo berät uns sehr kompetent und freundlich. Das Boot: Jeanneau, Sun Odyssey 39i, Bj. 2008, Länge 12 m, 3 Doppelkabinen, 1 Nasszelle, Dieselmotor 40 PS. Das besondere: Wir wollen das Boot nicht für 7 Tage, sondern für 12 Tage chartern und damit tun sich viele Vercharterer schwer. Starthafen: Mali Losinj,Termin: Vom 07.09. bis zum 19.09.2012. Die Crew: Skipper Ralph (Sportbootschein See, Seefunkschein), Bernhard (Sportbootschein See), Kathrin (Sportbootschein See),  Jochen (Seefunkschein, Sportbootschein Binnen + Segelschein), Martina (Segelschein). Die Seefunkscheine wurden extra für diesen Törn gemacht!

Am 6. September starten wir um 4°° Uhr morgens in Mainz.  Unser erstes Ziel ist die Pension “Smrica” in Marcelji, 1000 KM von Mainz entfernt, in den Bergen oberhalb Rijekas.  http://www.smrika.hr/deutsch/lage.htm Dort haben wir für eine Nacht Zimmer reserviert. Wir waren berereits letztes Jahr in diesem Haus. Die Zimmer sind einfach, die Küche gut, das Personal nett. Kurz: Preis-Leistungsverhältnis stimmt.

Hinzu kommt der einfach geniale Blick aus unserem Fenster auf die in der Ferne liegende Kvarner Bucht. Die Inseln KRK und Cres sind bei gutem Wetter in dem Dunst des Meeres nur zu erahnen, das Meer hebt sich kaum von dem Blau des Himmels ab.

Der erste Tag Urlaub nach dem Motto: “bereits der Weg ist das Ziel”. Ausschlafen und gemütliches Frühstück am nächsten Morgen, denn wir haben Zeit. Wir wollen um 12°° Uhr die Fähre von KRK  nach Cres erreichen. Wir fahren vom Festland über die Brücke nach KRK. Bis zum Fährhafen Valbiska brauchen wir noch 1 Stunde.

Nach Cres (Merag) übergesetzt dauert es noch 2 Stunden bis Mali. Da wir unser Boot dort vor 17°° Uhr nicht übernehmen können, “schlendern”  wir mit unseren Autos gemächlich Richtung Süden über die Insel Cres, die mit einer Holzdrehbrücke bei dem Örtchen Osor mit der Insel Losinj verbunden ist.

Die Spannung steigt langsam. Wird unser Boot da sein (man hat ja schon so Einiges gehört)? In welchem Zustand wird es sein?  Wir kommen pünktlich in der ACI Marina (Adriatic Croatia International) an und checken ein. Und da liegt sie: UNSERE Yacht, die “Lara”.

Ganz schön groß ist sie! Bei der Übergabe/Einweisung stellen wir fest: Es ist alles drin, dran, funktionstüchtig und sauber. Nur ich habe mal wieder was zu meckern. Die “Gangway” verdient ihren Namen nicht. Ein ca. 3m langer Maurerdiel von der Mole auf das Heck gelegt soll die Funktion erfüllen, was sie notdürftig auch tut, aber eine sehr wacklige Angelegenheit darstellt. So ein schönes, modernes Boot und nun diese mittelalterliche “Behelfsbrücke”! Früher hat man meuternde Matrosen zur Strafe über “die Planke” geschickt. Ich habe damit Probleme und so gibt mir die Crew mit 2 abgespannten Tampen Sicherheit. ,,Macht mir bitte die Gangway”.  (Das muss nächstes Jahr anders werden!) Wir richten uns ein und gehen in der Marina essen.   Fortsetzung folgt